A fistful of interviews

When BMG called me to complement their marketing for the upcoming NOISE re-issues with press interviews, I immediately agreed, even if I do not fully embrace all their release activities like releasing the Helloween stinkers Pink Bubbles and Chameleon  now under the quality NOISE banner. Up to now I have done about 20 interviews, covering the Scandinavian, UK, Benelux and German language markets. I will post the interview links here as soon as they come through. As a teaser for the upcoming October release of the NOISE book I suggest you warm up with a very extensive 10 page Interview in Germany’s leading Metal Ezine, metal.de. For those not familiar with my language I suggest to use google translate. Here we go:

http://www.metal.de/heavy-metal/interview/noise-records/64435-interview-mit-karl-ulrich-walterbach/

As an afterthought I want to add another interview in German with more details about the BMG re-issues: http://time-for-metal.eu/das-interview-mit-karl-walterbach-zur-grossen-re-release-kampagne-der-noise-records-veroeffentlichungen/

And while I’m already at it, let me add an older interview for my English language reader’s from Greece’s Rock Hard which is very extensive and detailed: http://www.rockhard.gr/artists/articles/9154-noise-records-karl-walterbach-interview-english

Ltd.Edition HAMMERCULT „Legends never die“

Resettling is never easy. As you might know, Hammercult, who we manage, moved from Tel Aviv to Berlin in August 2015. As a consequence the band’s next studio album needs longer than anticipated and is currently planned for release in spring 2017. To sweeten the waiting time the band has decided to release a strictly limited edition of some cover songs of classic 8o’s metal, songs which have been released as Japanese bonus songs sofar. The aptly titled „Legends never die“ will be coming out June 17th on Steamhammer . Starting July 22nd the band will go out on tour with MUNICIPAL WASTE and will also appear on the FULL FORCE FESTIVAL on July 2nd.

And here is some 80’s influenced Artwork from Andreas Marschall, very Un-PC:

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The team behind the upcoming NOISE book

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Myself (left) and NOISE book author David Gehlke together with Kira,my female 9 month old Dogo Argentino

NOISE book „Damn the Machine“ /“Verdammte Musikindustrie“ completed !

Good news ! The book is now scheduled for release in October 2016 ! It will be released simoultaneously in Germany/UK/US. And it’s big ! More than 400 pages ! The German publisher by the way is Berlin based independent publisher IRON PAGES.

Accidentally BMG has scheduled all the top NOISE artists for re-issue in the coming six months.We will post their re-issue schedule shortly.Here is a first peak at their Best Off’s:

I must stress here, that the re-issue campaign was done without consulting myself, which I find rather odd, or shall I say typical , given my experiences with the socalled Majors ?  I must – for the record – state that I would have done a lot of things different. But than again: I’m no longer in charge since I sold NOISE to the devil….

NOISE Records Book project „Damn the Machine“

Finally two writer’s have joined forces and
started working on the history of NOISE Records (Kreator,Celtic Frost,Voi
Vod,Sabbat,Helloween,Gamma Ray,Stratovarius, Coroner etc.). The
working title „Damn the Machine“. Instrumental for bringing this
project to birth was US Journalist David Gehlke, who, together with
Hilmar Bender (KREATOR „Violent Evolution“) convinced me that it’s
overtime to dig deep into my mental archives and uncover the workings
and machinations of a label surviving in a corrupt business world, by
looking beyond the rock glamour as popularised by metal media .The completion
deadline is currently scheduled for spring 2015 with a tentative release in
the 1st quarter 2016. Negotiations with UK/US and German publishers are already underway.

Management Today – Pet Dog or Bull Dog ? (sorry – no English version!))

Wie einigen von Euch sicherlich bekannt , war ich von 1984 – 2001 Eigentümer und Label-Chef von NOISE Records ( http://de.wikipedia.org/wiki/Noise_Records) . Von anfänglich 8 Metal Releases pro Jahr haben wir damals unsere Veröffentlichungen auf 20-30 CD’s pro Jahr in der 2.Hälfte der 90er gesteigert. Circa ein Drittel der Veröffentlichungen waren immer Newcomer in aller Regel ohne Management. Aus rechtlichen Gründen war Management nicht attraktiv, das Monopol der Arbeitsvermittlung lag bei der Bundesanstalt für Arbeit. Management Verträge waren schwierige Konstruktionen und wenn nicht von vornherein rechtlich ungültig ,so doch extrem wacklig. Da es in diesen Verträgen nicht um den Erwerb von Rechten , sondern lediglich um die Regelung eines Services ging, war die Haltbarkeit dieser Verträge darüber hinaus von der Qualität des Services abhängig. Kaum eine motivierende Ausgangsposition für professionelles Management. Dieses fand sich in der Regel nur bei Bands aus dem englisch-amerikanischen Sprachraum. Diese Situation hat sich auch heute, zumindest im deutschsprachigen Sprachraum nicht wesentlich geändert. Wenn junge, vielversprechende Bands überhaupt einen Manager aufweisen, so ist dieser in der Regel ähnlich unerfahren wie diese Bands selber. Die Komplexität des aktuellen Musikbusiness im internationalen Zusammenhang wird von diesen jungen „Managern“ kaum verstanden.

CD Krise, digitale Revolution und Management als neuer Motor

Als Konsequenz dieses Mangels professioneller Rock und Metal Manager, die auch bereit sind talentierten Newcomern eine Chance zu geben, hat sich durch die CD – Krise die Talent Situation weiter verschärft. Immer weniger Labels sind und waren bereit, junge Bands aufzubauen, wegen der grossen Kosten und langen Aufbau-Zeitläufe von 5 – 8 Jahren. Das traf insbesondere die deutsche Scene hart, mit ihren diesbezüglich schwachen Strukturen. Wenn überhaupt noch Newcomer unter Vertrag genommen wurden, so bedienten sich die Labels eher in Skandinavien und Nordamerika.

Der A+R Chef eines grossen deutschen Metal Labels meinte dann auch folgerichtig letztes Jahr in einem Gespräch mit mir, dass sie eigentlich nicht an neuen deutschen Bands interessiert seien, da deren Aufbau besonders mühselig und schwierig sei.

Es überrascht dann nicht, das seit der Jahrtausendwende bis auf zwei oder drei Ausnahmen , keine deutschen Metal-Bands erfolgreich international durchgestartet sind. Ausserhalb der etablierten Labels gab es weder starke, visionäre Verlage noch risikofreudige Manager, die im Zuge des Fortschreitens der Krise die immer offensichtlicheren Defizite der Label mit ihrer Politik des Trend-Hopping und der Oldtimer- Exploitation als neue Chance begriffen.

Die digitale Revolution hat den gesamten Musikmarkt revolutioniert. Die alten Dynamiken, geprägt von starken Trends die schnell über physikalische Tonträgerverkäufe umgesetzt wurden, gibt es nicht mehr. Die extremen Spitzen mit internationalen CD Verkäufen von Rock und Metal Bands in Millionen-Grössenordnungen sind weggebrochen. Zunehmend nivelliert sich hier das Spielfeld, ein grösserer Mittelbau entsteht und ein extrem aufgeblähter Untergrund, der zwar vital ist, aber der paralysiert ohne den erforderlichen Management – Hebel nicht ausreichend neuen Talenten eine Musikkarriere ermöglicht. Die Folge: eine deutliche Überalterung der Bandscene. Die Labels haben im wesentlichen Ihre Anschubfunktion , die sie in den 80ern und 90ern besassen ,verloren. Sie kämpfen mit eingeschränktem Personalstand und von Jahr zu Jahr schrumpfenden Budgets um’s schlichte Überleben. Unter Vertrag genommen wird in der Regel nur das, was sich im Markt bewiesen hat und schon Erfolgsparameter vorweist. Angesichts dieser sich zunehmend festfahrenden Situation ist es nicht verwunderlich das ausgewiesene Marketingexperten einen Wechsel des Gravitationszentrums von der klassischen Musikindustrie ,und hier den Labels, hin zu Management sehen. Einige betrachten sogar im Management die neue „Record Company of the Future“. Allerdings habe ich bei letzterem Begriff doch einige inhaltliche Vorbehalte, da der Begriff „Record“ also „Tonträger“ aus dem analog-Zeitalter stammt und die digitale Revolution doch physikalisches Produkt wie CD’s, DVD’s, Vinyl eher marginalisiert. Aber es ist nicht zu leugnen, das für diese analytische Einschätzung hinsichtlich eines neuen Pulses, der in Zukunft unser Business antreibt, einiges spricht.

Und offensichtlich scheint diese Einschätzung auch einige Strategen der Plattenfirmen zu neuen Planspielen inspiriert zu haben.Seit einiger Zeit kann man zunehmend beobachten, dass diese sich in Managementfirmen einkaufen bzw. diese sogar gänzlich übernehmen. Dieser Prozess ist sowohl bei den etablierten Majors wie auch bei den grossen Metal Labels zu beobachten. Selbst Booking-Agenturen sind Ziel von stillen und auch offenen Übernahmen geworden. Eine Entwicklung, die ich schlichtweg alarmierend und beängstigend finde, wird doch durch solche neuen Strukturen Management, also Interessenvertretung einer Band gegen die Apparate – und nichts anderes sind die Plattenfirmen mittlerweile geworden – zur schlichten Farce.

Die Amis haben einen prägnanten Begriff für diese Art von Manager geprägt, wie er gerne von allen Plattenfirmen gesehen wird: der „LapDog“ oder zu deutsch „das Schosshündchen“. Der Manager also, der keine Probleme macht , die Grundlagen der Verträge nicht in Frage stellt, und die Marketingstrategien weitgehend akzeptiert und im Bandcamp sowie Live umsetzt. Eine funktionierende Arbeitsmaschine nicht mehr.

Die Unterordnung des Management unter den Vorgaben der Plattenfirma – also die Reduktion des Management als Erfüllingsgehilfen – oder zynisch „LapDog“ – reicht in komplexen Märkten jedoch nicht aus. Zudem läuft ein derartig gestricktes Korsett rechtlicher Bindungen dem anarchischen Charakter künstlerischer Triebkräfte immer entgegen. Im besten Fall wird hier Erfolg verwaltet und das immer gegen die kommerziellen und tendenziell auch künstlerischen Interessen einer Band.

Die Plattenfirmen von heute – Entrechtung von Musikern in Fliessbandapparaten

Aber zunächst wieder zurück zum Stichwort „digitale Revolution“ und deren Konsequenzen. Seit gut 10 Jahren vollzieht sich vor unseren Augen der langsame Tod der CD sowie aller physikalischen Trägerformate und damit die Auflösung des klassischen Auswertungs- und Monopol-Modells der Plattenindustrie. Mit dem Beginn jährlicher Umsatzrückgänge von 10%,15%,20% ja 25% ab 2002 wurden die Plattenfirmen zu Anpassungen an die schrumpfenden Ertragsmargen gezwungen. Im Zweijahresrythmus wurde Personal abgebaut, umstrukturiert, Budgets gestrichen.Und wenn es ganz eng wurde, wurde fusioniert um noch mehr Produkt bei reduziertem Aufwand auf einen ohnehin kollabierenden Markt zu werfen. Ein tödlicher Rhythmus, der die gesamte Branche in den letzten 10 Jahren prägte.

Durch den Prozess der Digitalisierung ist der gesamte Musikmarkt gewaltig auf den Kopf gestellt worden.

Immer weniger Bands wurden unter Vertrag genommen, Risiken in jeglicher Form gescheut, Verträge neu durchdacht und mit dem berüchtigten 360 Grad Modell in die Wirklichkeit umgesetzt.

Die immer mehr schrumpfenden Budgets der Plattenfirmen zwingen diese zunehmend Arbeitsprozesse auf den Künstler abzuschieben. Eine UK Marketingfirma hatte auf einer MIDEM Präsentation in 2010 das grafisch veranschaulicht. Der Aufwand einer Band um Labelwahrnehmung zu generieren stieg danach in den Bereichen Songentwicklung ,Aussenpräsentation (Image/Foto/Bio/Live Auftritte, Internet Präsenz etc.) und Merchandising innerhalb eines Jahrzehnts von 20% auf 80%. Ein Arbeitsdruck der viele Bands einfach überfordert und eine Konzentration auf die zentralen kreativen Bereiche wie Songwriting und Live-Auftritte stark beeinträchtigt.

Nach meinen langjährigen Erfahrungen sind Bands in der Regel nicht in der Lage dieses enorme Arbeitspensum zu bewältigen. Fast immer sind es nur maximal zwei Personen die überhaupt Sonderaufgaben, die über den Kernbereich der Musik hinausgehen, übernehmen.

Darüberhinaus fehlt hier immer der professionell geschulte Blick, der die Brücke zwischen künstlerischer Integrität und Fan-Erwartungen schlägt.

Aber diese internen Probleme sind nur der Anfang einer Kette von Herausforderungen. Die Durchsetzung der Band Interessen innerhalb der bürokratischen Strukturen der Plattenfirmen und der chaotischen Live Märkte sind nach dem Vertragsabschluss mit einem Label eigentlich die noch viel grösseren Hürden.

Bei nahezu allen Bands herrscht die grosse Illusion, daß es lediglich eine etablierte Plattenfirma zu finden gilt. Je grösser diese dann ist, desto höher steigt die Erwartung. Als ehemaliger Label Boss mit Vertrieb in 43 Auslandsmärkten und Büros in Berlin,London , NY bzw. LA kann  ich leider hier nur warnen: je grösser eine Firma, desto kleiner die Erfolgsquote. In den 90ern wurde bei den sogenannten Majors (den Musik-Konzernen) eine Quote von 1 zu 20 erreicht, d.h. auf eine Erfolgsband kamen 19 Flops , die z.T. schon nach einer abgelieferten Platte wieder ohne Vertrag dastanden. Bei den Independents lag die Quote irgendwo bei 1:5 . Wo diese Quote heute liegt darüber kann eigentlich nur spekuliert werden, da die Labels jährlich immer weniger Newcomer unter Vertrag nehmen und deren Unterstützung regelmäßig auf ausgesprochen dünnen Beinen steht. Und hier folgt dann auch gleich das nächste grosse Problem: die interne Konkurrenz der Bands einer Plattenfirma. Bei 4 bis 8 monatlichen Veröffentlichungen und einer extrem dünnen Personaldecke der Metal Labels ist die Wahrscheinlichkeit exponential gewachsen, das Newcomer ohne Verkaufsprofil einfach im System der Veröffentlichungen verloren gehen. Das kann am falschen VÖ Monat liegen, an einem Krankheitsfall in der Promo-Abteilung oder auch am Erfolg eines zeitgleich veröffentlichten Albums einer etablierten Band um nur einige Beispiele zu nennen.

Der Alptraum Plattenfirma nimmt damit aber erst seinen Anfang. Regelmässige Rotationen beim Produktmanager und in der Promotionabteilung sind durchaus verbreitet und führen zu immer neuen inhaltlichen Konflikten. Oder, noch schlimmer, die Plattenfirma geht eine Fusion ein, wird übernommen oder muss evtl. sogar Konkurs anmelden. Die letzteren Szenarien sind leider in den letzten Jahren der CD Krise für viele Bands zur traurigen Realität geworden und bedeuten in der Regel für junge Bands das Ende aller Träume. Hier wird dann auch schnell klar, das einer dieser weitreichenden neuen Verträge, die diese Firmen den Bands aufdrücken ,letztlich der „Kiss of Death“ sind, weil sie die Band im Netz allumfassender Rechtsübertragungen keinerlei Spielraum mehr lassen. Ein Schiff in der Schieflage ohne jegliche Rettungsbote für die Insassen, sprich Bands. Durch die Übertragung der alten Vertragsmodelle aus dem Analog-Zeitalter erweitert als sog. 360 Grad Vertrag wird der Künstler darüber hinaus digital entmündigt. Die neuen Potentiale des Internets hinsichtlich Direkt-Marketing, Fan-Interaktion und Aufbrechen der CD-Zyklus Rituale werden nicht freigesetzt. Jegliche Internetpräsenz reduziert sich auf die Grenzen des von den US Konzernen FaceBook und YouTube vorgegebenen Rahmens.

Eine neue Zwangspartnerschaft: Plattenfirmen und ihre Pet Dog Manager

Es ist natürlich klar, dass die aktuellen 360 Grad Verträge kaum Spielräume für unabhängige Manager bieten. Das Vertragskorsett in dem eine junge Band sich nach Unterschrift wiederfindet ist derart eng gestrickt,die Ertragsaussichten so dürr, das jeder professionelle Manager zurückschrecken muss. Dies ist natürlich den Strategen der Plattenfirmen bei der Gestaltung der neuen Verträge durchaus auch klar gewesen.

Daher beteiligte man sich zur Durchsetzung der neuen allumfassenden Verträge öffentlich wie auch klandestin an Managementstrukturen, deren Vertreter deutlich genug signalisiert hatten, dass sie käuflich und ohne Rückgrat sind. Die Kastration des Musikers wurde mit der digitalen Revolution, so pervers es klingt, auf eine neue qualitative Stufe gehoben.Die Entmündigung des Musikers und seine Entrechtung wurde auf das Niveau der dunklen Zeit der 50er und 60er Jahre zurückgedreht. „Conflict of Interest“, der Interessenkonflikt wenn eine Struktur sämtliche Einnahmequellen einer Band kontrolliert, wurde von willfährigen Rechtsanwälten – die sich mittlerweile ebenfalls als „Schosshündchen“-Manager positionieren – in undurchschaubaren Firmen-Spinnennetzen versteckt.

Und wohlgemerkt: dies gilt insbesondere für den deutschen Markt und seine international führenden Metal-Labels. Im Überlebenskampf ist offensichtlich alles erlaubt.

Genau weil ein Musikmanager, wenn er erfolgreich sein will, die künstlerische Identität als auch die kommerziellen Interessen der von ihm repräsentierten Bands gegen Musik-Fließband-Apparate, auch Plattenfirmen genannt (und ich unterscheide hier bewusst nicht zwischen Major und Independent , da sich deren Verträge und Arbeitsweisen in den letzten 10 Jahren durch den Druck der Märkte, sprich der Krise der CD, angeglichen haben), vertreten muss, ist er immer in der Kontroverse. Insbesondere in den künstlerischen Berufen ist bis heute eine effektive Interessenvertretung oft verpönt – wie z.B. im Kunstbetrieb,die Folge sind dann immer anachronistische Beteiligungs-Modelle mit deutlichem Nachteil für die Künstler. Wohin das führt, kann man im unmittelbaren Vergleich der Rechte deutscher Musik-Künstler versus UK Musik-Künstlern sehr schnell sehen.

Das Management Service Modell versus 360 Grad Label-Knebelverträge

Der wesentliche qualitative Unterschied zwischen Management und Label ist der zwischen Service/Dienstleistungen einerseits und Rechtskontrolle andererseits.Kein Management wird einen Künstler auch nur über die Laufzeit eines typischen Plattendeals von 5 Alben (praktisch 8 – 10 Jahre) halten können, wenn sein Service nicht zufriedenstellend ist. Hingegen bewegen sich die Plattenfirmen mit ihren Rechte kontrollierenden Verträgen quasi in einem diktatorischen Umfeld, vollkommen freigestellt von jeglicher inhaltlicher Kontrolle. Als typisches Beispiel kann man hier den Bereich des Marketing heranziehen, der letztlich 100% vom Good-Will der Label bestimmt wird. Dies kann katastrophale Konsequenzen haben, da letztlich das Marketing und die Promo die entscheidenden Hebel für Erfolg oder Untergang einer Band darstellen. Jedoch wird kein Label freiwillig bereit sein in seinen Verträgen konkrete Marketinggarantien festzulegen.

In diesen Zeiten des Transits von Analog zu Digital, mit den daraus erwachsenden Instabilitäten des Marktes sind solche allumfassende Knebelverträge der Labels darüberhinaus für jede Band existenzgefährdend. Jedes noch so scheinbar erfolgreiche Label kann schon im nächsten Jahr Konkurs gehen. Ich erinnere nur an Deutschlands grössten Independent Vertrieb SPV. In solch einem Konkurs-Fall sind alle bislang veröffentlichten Titel einer Band Teil der Konkursmasse und landen letztlich bei irgendeinem Konkurrenten im Archiv und verschwinden für viele Jahre vom Markt. Ähnliches ist z.b. meinem alten NOISE Katalog nach dem Konkurs von Sanctuary (auch ein sehr grosser Independent !) Mitte des letzten Jahrzehnts passiert.

Universal hat dann zwei Jahre später die Rechte aus der Konkursmasse erworben, aber weitgehend nichts damit gemacht.Irgendwann im letzten Jahr ist der Katalog dann weitergereicht worden zu BMG Rights – mit unbestimmten Konsequenzen. Nach wie vor sind 90% der Titel nicht lieferbar.

Wie verhängnisvoll dies für eine noch junge Band mit nur 2 – 3 Alben sein kann dürfte offensichtlich sein.

Jede junge Band sollte daher strategisch in drei Schritten sich dem Musik Business nähern:

  1. Management

  2. Booking-Agentur

  3. Label (mit internationalem set-up)

Die neuen DIY (Do-It-Yourself)Möglichkeiten des Internet zur Eigenpromotion sollten intensiv ausgenutzt werden um ein starkes Profil zu erarbeiten im Tandem mit selbstorganisierten Konzerten und Scene-Networking. Länger als 2 Jahre sollte es allerdings nicht dauern bis ein in der Scene wahrnehmbares Profil steht und Schritt 1 + 2 erfolgreich umgesetzt werden kann.

Der entscheidende letzte Schritt, die Label- Suche, sollte nur aus der Position der eigenen Stärke erfolgen. Wenn die Labels sich selber melden ist dies das richtige Signal. Unter allen Umständen sollten bei den Verhandlungen die Kontrolle über künstlerische Inhalte beim Künstler bleiben, keine Rechte über die Aufnahmen hinaus vergeben werden (wie z.b. Verlags/Merch und Live Beteiligungen),die Rechtsübertragung generell nicht im Rahmen der „gesetzlichen Schutzfríst“ (ab Tod + 70 Jahre !!!) erfolgen und im Konkursfall die Rechte an den Künstler zurückfallen.

Alternativ gibt es immer noch die gute Option mit einem kleinen Label für nur ein oder zwei Alben zusammenzuarbeiten, bei weitgehender Rechtskontrolle seitens der Band. Abschliessend noch 11 wichtige Überlebensregeln mit leicht provokativer Zuspitzung:

Zehn Business Überlebensregeln:

  1. Halte Anwälte auf Distanz da diese das alte System der Rechtskontrolle propagieren. Es ist ja deren Existenz-Grundlage.

  2. Schliesse keinen Vertrag mit  Musiverlagen im Tandem mit Plattenverträgen ab. Verlagsdeals sind eine strategische Entscheidung und selten eine Entscheidung des „Deals“ bzw. des Vorschusses.

  3. Schliesse keine Merch-Deals ab, egal wie verführerisch der Vorschuss. Merch Firmen sind berüchtigt für Back-Door Verkäufe. Letzteres gilt übrigens auch für viele Siebdruck-Firmen.Hier gilt strictly DIY !!!

  4. Ignoriere die GEMA solange Dein professionelles Umfeld nicht organisiert ist.

  5. Verschwende Deine Zeit nicht mit der Konzeptionierung eines Albums. Denke in kleineren Schritten: EP’s oder Maxi Singles (Vinyl).

  6. Bemustere deine Songs an niemanden im Business den Du nicht kennst oder zu dem nicht jemand den Kontakt hergestellt hat.

  7. Finde die Journalisten die Deine Musik mögen und erarbeite eine freundschaftliche Beziehung getragen vom gemeinsamen musikalischen Interesse.

  8. Fokussiere Deine Live Aktivitäten im ersten Jahr auf deine Heimatregion  und erarbeite Dir einen lokalen Headlinerstatus, elementare Voraussetzung für das Finden eines Grasroots-Bookers.

  9. Starte so früh wie möglich in einer Band. Mit 30 ist es wie im Sport – der Zug ist abgefahren !

  10. Halte durch – schmeiss nicht bei den ersten Widerständen alles hin.

  11. Und „Stay the Course“, d.h. wechsele Deine Musikstil nicht wie Kleidung.

Parasiten und Musikkonzerne

Nachstehend ein Nugget aus dem Blog von Martin Compart (Krimi Lektor und Autor von „Der Sodom Kontrakt“) über Überheberrechte und eine Position, die in der von einer handvoll Konzernen kontrollierten Unterhaltungsbranche immer wieder verteufelt wird, insbesondere auch von willfährigen Superstars und solchen die davon träumen. In seiner Besprechung von Jonathan Lethem’s Buch „Bekenntnisse eines Tiefstaplers“ wird darausfolgendes zitiert:

„Die Welt ist ein Haus, das mit popkulturellen Produkten und Emblemen zugemüllt ist…Diese Dinge gehören mir genauso wenig wie Gehsteige und Wälder, doch ich lebe mit und in ihnen, und wenn ich eine Chance haben soll, als Künstler oder Bürger zu bestehen, muss es mir erlaubt sein, sie zu benennen…
Die Vorstellung, dass kulturelle Erzeugnisse Eigentum sind – geistiges Eigentum – soll rechtfertigen, dass Pfadfinderinnen für die Lieder, die sie am Lagerfeuer singen, Lizenzgebühren bezahlen… Thomas Jeffersons Vision (vom Urheberrecht) wurde über die Jahrhunderte von jenen unterwandert, die Kultur als einen Markt betrachten, aus dem alles, was irgendeinen Wert hat, notwendig auch einen Eigentümer haben muss…“ Lethem beschreibt die ekeligen Warnfilme der Musik- und Filmindustrie, die illegales downloaden kriminalisieren und mit dem Diebstahl von Autos oder Handtaschen gleichsetzen und kommt zum Schluss: „(Gestohlene) Autos und Handtaschen stehen ihren Besitzern nicht mehr zur Verfügung, die Aneignung von geistigem Eigentum dagegen lässt das Original unberührt.“ „Doch die Industrie des kulturellen Kapitals, die nicht vom schöpferischen Akt profitiert, sondern von seiner Verbreitung, betrachtet den Verkauf der Kultur als ein Spiel, bei dem sie nicht verlieren kann… Die raubgierige Erweiterung von Monopolrechten lief dem öffentlichen Interesse immer zuwider, ob nun Andrew Carnegie den Preis von Stahl kontrollierte oder Walt Disney die Geschicke der Maus.“ Fast schon naiv klingt die ideologische Begründung, derer sich die Parasiten wohl gerne bedienen: „In der in Theorie der freien Marktwirtschaft gilt jeder Eingriff, der die Umwandlung in Eigentum behindert, als paternalistisch, da er die Freiheit des Bürgers in seiner Neubestimmung als potentieller Unternehmer beschneidet.“

Wie wenig (oder besser: gar nicht) dieses nur verkürzt als Kapitalismus zu bezeichnende System der Allgemeinheit dient, macht er unmissverständlich klar:„Wir müssen deshalb mit äußerster Wachsamkeit die Übergriffe derjenigen verhindern, die unser gemeinschaftliches Erbe für ihre persönliche Bereicherung ausbeuten. Solche Übergriffe auf unsere natürlichen und kulturellen Ressourcen haben mit Unternehmergeist und Eigeninitiative nichts zu tun. Vielmehr sind sie Versuche, dem Volk etwas fortzunehmen, um es einigen wenigen zu übereignen.“ (Zitat Ende)

Aus eben diesen Gründen wollen wir nicht Apologeten dieses überholten Auswertungssystems sein und streiten für eine Zukunft in der der Service Gedanke im Vordergrund steht und lehnen dieses auf exzessiver Verrechtlichung,.Kontrolle, Zwang, Drohung, Erpressung und Umverteilung von unten nach oben basierende System ab.

 

Creativity for the Masses !

Most recently some academics from Leipzig published the results of a survey at heise.de of the internet music activities among 12-19 year old’s.The outcome: a shift away from massmedia such as radio towards YouTube and a leaning towards interactivity. To the surprise of the researchers a good 1/3 of the questioned age group considered themselves musicians for the simple reason that they are working with the music, creating something of their own by using tools for remixing,re-editing etc..or in general playing in a band.
The playstation generation is not used to the coach-potato formula anymore and expects a different degree of entertainment from the new internet media.

Any band who understands this dramatic shift in attitudes towards music „consumption“ will be faced with a real challenge and dilemna. The holy grail of artistic integrety is in question. If you open the flood gates of interactive communication where does this start ?

With preproduction tapes put up for fan commentary ?

With audio-visual studio feeds showing the painful genesis of a given song ?

With agressive involvement of musicians and bands at the recording level, by making available the original music for unlimited forms of re-creation ?

Our german Kraut-Metal band „Die Vorboten“ has choosen the most radical approach here. They just put up the full tracks of their most recent single SCHNELLER (engl.:FASTER) on the Internet and asked everybody interested to come up with a different, improved or better version. Almost everything is allowed.Anybody’s creativity is the limitation. The winner(s) will be selected via fan votes and the first price will be one weekend studio recordings in Berlin or participation on the upcoming SCHNELLER EP for a selected few follow-up winners.Check it out here:

http://www.dievorboten.de/index.php?article_id=332 (in english)

http://www.dievorboten.de/index.php?article_id=326 (in german)
To create even more awareness for this unique campaign, they have created an interactive video consisting of 32 audio-visual genre-interpretations of SCHNELLER, from a grind-core version to a lemmy version. A mind-boggling diversity of creative fun.and fun it is – just watch the two links below and you get the message and things will get viral:

Expect the SCHNELLER Video on YOUTUBE by August 10th! And enjoy !

2011 – A look…

Kurzmitteilung

2011 – A look back – Was it really a good Metal Year ?

Germany’s influential Rock Hard Magazine just published an editorial by Metal Guru Götz Kühnemund in their January 2012 issue. . It’s all rosy and positive – that’s the key message. The „underground“ is thriving.and not far behind the (Metal) „Overground“ – by which measure he doesn’t elaborate.

I beg to differ.

1.It’s getting more and more difficult for talented young bands to get signed and if they get signed it’s a shitty deal, as bad as those strangling deals done in the 60’s. The young band scene in Germany is dominated by students who use the freedom of their university days to add a bit of salt to their otherwise boring education life. There is no real hunger and passion and energy driven by creative obsession and vision. Or very rarely.

2. Music Stores die like flies (down from almost 2500 record outlets in Germany in the early 90’s to about 800 today), CD shell space get’s continuously reduced until there is none left, deep catalog is no longer carried, and new releases, if they get stocked, sell in the low hundreds. International sales have become a joke for Continental European Bands – squeezed between the Euro-Apocalypse and the CD-Endgame the markets just don’t function normal anymore. The key question these day’s is no longer whether you sell records but if you ultimately will get paid ! All indications of a dying CD format.

3. The genre is stagnant, ever more extreme metal Bands copy their predecessors‘. The images get more clownish. Touring is a „dog eat dog“ jungle with plenty of „old school“ managers and booking agents still demanding buy-on’s for several hundred Euros per show. More and more venues ask for a cut on your merch sales. The ticket sales are dropping for the first time since years.

It’s obvious that we are moving towards a situation where radical changes have to happen. We live in those transitory times with a radical solution just lurking around the corner.

I’don’t think the Majors will fade out the CD voluntary by a fixed date at the end of 2012. That’s ridiculous from a business point of view with the record company’s still making 80% of their sales with physical product.. No – the market will force their hand at a certain time, when a big chain like Media Markt/Saturn doesn’t carry CD’s any more – or when the Euro crisis escalates and youth unemployment jumps to levels now only seen in southern Europe.These are the key triggers for the ultimate death of the CD format. It’s now time to prepare for the inevitable.

These are the solutions for any band looking for a professional future:

  • cut out the middle man, stay away from the traditionalist labels .
  • Establish a fan centric approach around your own web site , build a fan community and a digital fan club
  • use Face Book but don’t get used
  • work on your music style and band image, make yourself unique
  • establish yourself as a regional headliner and play as much as possible
  • contact us after you have done all the above and lined up more than 1000 fans in your fanclub and we will take you the next step

Artist Survival Rules Part 1

ARTIST SURVIVAL RULES (before signing a record deal)

So you want to have your music released as wide as possible, maybe you’re even dreaming about to be a rock star ? If you have made that decision and you are sitting on a hot demo or even a self-produced album (not adviseable), than the following hints and tips might be helpful for you.

First of all let me explain why a selfproduced album is not a good choice. By approaching a record company (big and small) you usually have to deal with the A&R department (Artist & Repertoire) or, if it’s a smaller one, with the owner acting as A&R. The function of any A&R is to find bands/music with a sales potential . Compare selfproduced music at best with a rough diamond which needs to be shaped in a way that it exposes it’s real potential. How do you know wether there is potential ? By constantly doing your market research about what sells or doesn’t and acting accordingly. Of course there are still different measures to evaluate the market. Some A&R guys like the bandwagon game or the slogan „the trend is your friend“, they sign everything with a style as long as this style is „hot“ – that’s why new trends quickly get killed , the market is oversaturated. Remember „Metal Core“. Other A+R guys, the more visionary ones, go for a substyle which has been on a downslope for a while and expect an upswing in the very next future.

And than there are these very few A+R types who look out for something fresh and new. Of course there are plenty more considerations possible. Think hard – why would any one of these different A+R guys be interested to pick your selfproduced album ? For each of these A&R decision makers its the same reasons not to greenlight you:

 

  • production quality & songwriting,
  • the packaging which needs to reflect marketing and promotion needs and
  • the question of image and identy incl. the name issue.

It’s virtually impossible for an unsigned band to do it right in light of the three above essentials. So don’t waste your time and money on such a project. Instead concentrate on your 3 best songs and produce a DEMO with them. But how do you know how to select the right songs ? Quite simple: see your audience reactions.

Okay you now have spent € 2000,- on this demo effort and you got your 3 songs down on CD , you also got a good band shot (action please !) in b/w and a half page bio with a mission statement – and you didn’t waste your good money on a cover ! So you think the next logical step is to approach a selected bunch of labels. Again wrong ! The next step is to build up an internet profile by using your freshly produced material. Get 1000+ real friends at Face Book, build your own homepage with deeper content so that the FaceBook friends will find their way there, produce regular streams of interactive content, build a community and a digital fanclub. Maybe after a year of hard work you got everything lined up and you are ready to approach the labels. But didn’t you miss anything ? Hey – where are the live shows ? Did you forget to build a live buzz too ? Where are your 20 regional shows of last year ? You see step 1 (demo), step 2 (internet presence), Step 3 live shows they go all hand in hand at the same time.

And believe me – the labels are a hard nut to crack. They want happening bands, no unproven „talent“. Within the last 10 years the effort to get signed has increased fourfold.

So please consider ! Did you do the job as described above. Or do you want to waste your and the A+R departments time because you live in a dream world ?
And a last tip here might be in order: never ever sent anything to anybody within the music industry without an introduction by a friend, a super-fan, a journalist or anybody else „connected“.The chance of being noticed is almost nil if you pull up a mailing list
of labels you have heard about. Being successful in the music world is also about networking !
But you might not have to even approach any label when you do things right as described above – they might come to you, simply because the buzz created is so strong that it get’s „their“ attention.